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Dietmar SchönherrKurzbiographie
Beginn seines politischen und sozialen EngagementsNur Film- und Fernsehbusiness? – Das kann´s doch nicht gewesen sein! In den 1970er Jahren reizte es den prominenten Filmhelden zunehmend, neue Ufer zu betreten. Es kündigte sich der Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts an. Um seine Erfahrungen des Krieges zu verarbeiten, engagierte er sich in der Friedensbewegung. 1971 unterstützte er den damaligen SPÖ-Spitzenkandidaten Bruno Kreisky beim Wahlkampf. 1983 beteiligte sich Schönherr an der aufsehenerregenden »Prominentenblockade« des Raketenstationierungsgeländes im schwäbischen Mutlangen. 1984 schenkte er sein Herz dem Land und den Menschen Nicaraguas und schloß sich der Solidaritätsbewegung an. Zunächst nutzte er seine Popularität und beschimpfte den damaligen US-Präsidenten Reagan öffentlich als »Arschloch«, weil dieser es war, der die Massaker der »Contras« an der nicaraguanischen Zivilbevölkerung finanzierte. Aus dem Erlös seiner Filmrollen unterstützte er unermüdlich mehrere Hilfsprojekte in Nicaragua. 1985 gründete er die Stiftung »Hilfe zur Selbsthilfe«. In den 1990er Jahren, als sich auch das Augenmerk der europäischen Solidaritätsbewegung nach Nicaragua richtete, wurde Dietmar Schönherr zuerst im Norden Nicaraguas aktiv. Er gründete das Dorf La Posolera. Je mehr jedoch die Contras vom Norden her nach Nicaragua eindrangen, desto gefährlicher wurde Schönherr Aufgabe. Einmal kam das Auto von Schönherr in einen Kugelhagel. Durch die engen Beziehungen, die Schönherr zu dem damaligen Kulturminister Ernesto Cardenal hatte, kam die Idee auf, daß nicht nur Brot (Pan) sondern auch Kunst (Arte) für die Menschen Nicaraguas wichtig ist. 1994 wandelt er die Stiftung »Hilfe zur Selbsthilfe« in den Verein »Pan y Arte« um.
›Brot uns Kunst sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen. Wir kümmern uns um beides.‹ »Im Kampf gegen Armut, Krankheit und Katastrophen leistet ‘Pan y Arte' Hilfe zur Selbsthilfe. Schwerpunkte bilden hier der katastrophensichere Neu- und (auch soziokulturelle) Ausbau des Dorfes Malacatoya nach dem Hurrican Mitch und die Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern. Aber wir beschränken Entwicklungs- zusammenarbeit nicht auf wirtschaftliche Hilfe. Denn eine nachhaltige Entwicklung braucht Kultur und Kreativität. Weil Kunst und Kultur ebenso wichtig sind wie Essen und Trinken. Kultur stiftet Identität, sie gibt uns Wurzeln – die Kunst verleiht uns Flügel.« (Homepage) Webseite: http://www.panyarte.org
Lange vorher hatte Ernesto Cardenal auf Solentiname eine Bauernkommune gegründet, die naive ländliche Malerei hervorbrachte. So kaufte Dietmar Schönherr die Casa de Leones, ein altes, verfallenes Patrizierhaus, von Termiten zerfressen und baute dies über Jahre gemeinsam mit dem Träger des Friedenspreis des deutschen Buchhandels, Ernesto Cardenal, zu dem bedeutensten Kulturzentrum Lateinamerikas aus. Das war die Geburtsstunde der Fundación »Casa de los Tres Mundos«. Aus Österreich bekam Dietmar Schönherr aktive Hilfe durch die Caritas. Herr Prälat Unger stellte ihm einen seiner besten Mitarbeiter frei und schickte mit Dieter Stadler, einen Mann nach Nicaragua, der mit vollem Einsatz und Herzblut noch heute dort arbeitet.
»Die Stiftung ›Casa de los Tres Mundos‹ ist in erster Linie eine Kultur- und Entwicklungsinstitution zur Förderung von sozial akzentuierten Kulturprojekten in Nicaragua und Zentralamerika. Neben der künstlerischen und musikalischen Kinder- und Jugendausbildung finanziert und koordiniert die Stiftung ein integriertes Dorfentwicklungsprojekt in Malacatoya. Die Gründer der ›Casa de los Tres Mundos‹ haben die Stiftung in dem Bewusstsein aufgebaut, dass Entwicklungszusammenarbeit sich nicht nur auf ökonomische Aspekte konzentrieren sollte, da die Ursachen für Unterentwicklung und Armut nicht alleine in materiellen Gegebenheiten zu suchen sind. Nur eine mehrgleisige Förderung von kulturellen, materiellen und edukativen Aspekten kann selbsttragende Veränderungen bewirken und die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig verbessern. Ein weiteres zentrales Anliegen der Stiftung ist der kulturelle Austausch zwischen den etablierten Traditionen Europas einerseits und dem reichen künstlerischen Potential Zentralamerikas andererseits. Die ›Casa de los Tres Mundos‹ als internationales Kulturzentrum lehnt das Aufzwingen von importierten Kulturelementen ab und bemüht sich vielmehr darum, eine Klammerfunktion zwischen den Traditionen zu erfüllen und durch gegenseitige Bereicherung das Bewusstsein für die vielgestaltigen kulturellen Wurzeln des Landes zu fördern. Sie will die kreativen Kräfte der heimischen Bevölkerung wecken, verschüttetes kulturelles Erbe wiederentdecken und bei der Identitätssuche der jungen Nation Unterstützung bieten.« (Homepage) Webseite: http://www.c3mundos.org
Schönherrs Hilfsprojekte sind ein Segen für Nicaragua. Dazu Schönherrs Kommentar über sich selbst:
Seit etwa 2000 lebt Dietmar Schönherr zusammen mit seiner Frau Vivi Bach und ihrem Hund auf Ibiza. Mit Vivi Bach hat Schönherr nicht nur zusammen die Fernseh-Show »Wünsch Dir was« moderiert und Entwicklungshilfe in Nicaragua geleistet. Mit Vivi verbindet ihn mehr: eine symbiotische Gemeinschaft, eine ewige, erfüllte große Liebe. Mit ihr findet er in Ibiza die Muße für ausgedehnte Spaziergänge und Ideen zu neuen Büchern. Sein neuestes Buch, ein sehr persönliches Werk, »Sternloser Himmel. Ein autobiographischer Roman« ist gerade im Eichborn-Verlag erschienen.
BibliographieDietmar Schönherr: »Sternloser Himmel. Ein autobiographischer Roman« Frankfurt a.M.: Eichborn, 2006, 224 S., ISBN 3-8218-0922-1. »David und Daniel hat es so nie gegeben, die Geschichte vom Anfang einer großen Karriere schon. Dietmar Schönherr hat sich in diesem autobiografischen Roman ein Alter ego für die verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit geschaffen. Offen und doch diskret erzählt er von den prägenden Momenten seines Lebens, von der Kindheit in Innsbruck über die Erfahrungen des Krieges und die Stationen seiner Karriere bis zu seinem Engagement in der Friedensbewegung.« (Klappentext) Zu diesem Titel ist auch das Hörbuch bei Eichborn-Lido erschienen.
Dietmar Schönherr: »Guapito und der barmherzige Mann von Samara« »Dietmar Schönherr erzählt die Geschichte vom barmherzigen Samariter neu. Der Mann, der von Jerusalem nach Jericho unterwegs ist, bekommt einen Namen: Er heißt Sintimor und ist Schäfer. Er ist mit seinem treuen Freund, dem Hund Guapito, unterwegs zu seiner Herde, als er mehrere Tierhändler trifft. Er kann nicht glauben, dass sie Vögel, Schlangen, Bären und Wildkatzen auf dem Markt verkaufen wollen, schließlich sind auch sie Geschöpfe Gottes. Darüber gerät er mit den Tierhändlern in Streit, die ihn schließlich zusammenschlagen und blutend am Weg liegen lassen. Nur der Hilfe Guapitos, der bei seinem Herrn wacht und die Vorübereilenden auf ihn aufmerksam macht, ist es schließlich zu verdanken, dass der Zimmermann Jeronimo Sintimor die Wunden versorgt und ihn in die Herberge bringt, um ihn gesund pflegen zu lassen.« (Klappentext)
Dietmar Schönherr: »Die blutroten Tomaten der Rosalia Morales. Zweite erweiterte Liebeserklärung an eine unwirsche Geliebte«
Dietmar Schönherr: »Casa de los Tres Mundos / Das "Haus der drei Welten". Eine Kulturinnovation - Granada / Nicaragua«
Wichtigste Rollen am TheaterDietmar Schönherr brillierte in Stücken von Schiller, Havel, Kleist, Dürrenmatt, Turrini, Frisch, O’Neal, Shakespeare, Brecht, Goldoni, Strindberg, Chechov, Molnar, Horvath, Edward Bond.
AuszeichnungenNeben zahlreichen anderen Ehrungen ist Dietmar Schönherr Träger folgender Auszeichnungen: 2005: »Change the World Award« für die Arbeit von »Pan y Arte« in Nicaragua
München, den 03. Mai 2007
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Geboren wurde Dietmar Schönherr am 17. Mai 1926 in Innsbruck als Sohn des österreichischen Generalleutnants Otto Schönherr von Schönleiten. Schon früh, kurz nach dem Abitur, startete Schönherr eine einzigartige Karriere in Film und Fernsehen. Ab 1952 arbeitete er beim WDR in Köln. Den Durchbruch schaffte er 1955 mit dem Film »Rosenmontag«. Große Popularität erzielte er in seiner Rolle als Commander McLane in der Science-Fiction-Serie »Raumschiff Orion« 1966. Im selben jahr heiratete er die dänische Schauspielerin, Sängerin und Malerin Vivi Bach. Es folgten 1969 die Fernseh-Show »Wünsch Dir was«, die er gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach moderierte, und 1973 die erste echte Talk-Show »Je später der Abend«. Nicht zu vergessen seine brillianten eigenen Dokumentarfilme. Als Synchronsprecher schenkte er u.a. James Dean seine deutsche Stimme. In dieser zeit widmete er sich der Literatur von André Gide und Jean-Paul Sartre, die er ins Deutsche übersetzte. Und auch auf den Theaterbühnen wie am »Theater der Josefstadt« in Wien, am »Renaissance-Theater« in Berlin und am »Schauspielhaus Zürich« spielte er in unzähligen Rollen. 1981 begründete Schönherr gemeinsam mit dem Tiroler Schauspieler