Bildungskonzepte
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Campus Novels - Universitätsromane: Die Universität als literarisches Motiv

Moritz Gekeler, Maria Shalnova: Bildungskonzepte und ihre Verarbeitung in den Campus Novels

 

Inhalt

1. Das klassische deutsche Bildungskonzept - Erziehung durch Wissenschaft

2. Das klassische amerikanische Bildungskonzept

3. Das klassische englische Bildungskonzept

 

Bildungskonzepte und ihre Verarbeitung in den Campus Novels
Ergebnisprotokoll der Sitzung vom 18. Dezember 2003

 

Nachtrag – Humboldt

Sechs Konzepte als Grundlage des neuen Bildungskonzeptes:

„1. ‚Forschung’ als einen neuen Begriff, der den dominanten Typus wissenschaftlichen Handelns beschreibt.

2. Einen radikal umstrukturierten Wissenschaftsbegriff.

3. Vorstellungen hinsichtlich einer Unwahrscheinlichkeit der Kommunizierbarkeit von Wissen.

4. Eine Kritik des Begriffs Erziehung – soweit dieser als Ideal für Universitäten gemeint sein könnte.

5. Theoretische Vorstellungen über den akademischen Vortrag und über akademische Lehre.

6. Eine Präferenz für Einheit und Einheiten – im Unterschied zur Segmention oder Hierarchisierung von Realitätsausschnitten.“ [Stichweh, S. 230]

 

zu 1) Vorstellung von der Aktivität des Einzelnen

- jeder ist Subjekt der Wissenssuche

- kein Verlass auf überliefertes „Bücherwissen“

zu 2) Wissenschaft = Einheit alles forschungsbasierten Wissens

- wissenschaftliches Wissen = temporäres Resultat selektiver Prozesse

- Präferenz der Produktion einer immer größeren Zahl von „Wissens-partialen“

zu 3) Lehrer – Student = Spezialfall der Kommunikation zwischen Forscher – Forscher, die über Forschung sprechen

- Vorstellung von der Aktivität des Studenten und der Inkommunizierbarkeit von Wissen.

zu 4) Wissenschaft (als Prozess, nicht als Ergebnis) = disziplinierende Wirkung

- Wissenschaftlichkeit = Abgrenzungskriterium gegenüber Schule

- Erziehung (in diesem Sinne) nicht so wichtig für dt. Universität

- Freiheit des Lehrens und Lernens → Einheit von Forscher und Lehrer

- Forscher (Lehrer und Student) kann stets lernen (forschen) was er will

zu 5) Vorlesung = ursprüngliche Form der Wissensvermittlung

- Lehrender kann nicht vorgefertigtes Wissen präsentieren, sondern muss den Studenten zum eigenen Forschen anregen. Der Lehrende muss in Anwesenheit des Studenten kreatives Tätigkeitsmuster entfalten.

- Dieser vermeintliche Gegensatz von einerseits Präferenz der Vorlesung, andererseits der Vorstellung der Inkommunizierbarkeit des Wissens, geht auf die Vorstellung zurück, dass die Vorlesung gleichsam als Akt des Forschens selbst gesehen werden kann, da der Vortragende beim Sprechen die Forschungsergebnisse neu verarbeiten muss.

(Hierzu Humboldt: Reproduktion von Wissenschaft ist Produktion von Wissenschaft vgl. Stichweh: S. 237: „Überhaupt lässt sich die Wissenschaft als Wissenschaft nicht wahrhaft vortragen, ohne sie jedes Mal wieder selbstthätig [sic!] aufzufassen, und es wäre unbegreiflich, wenn man nicht hier, sogar oft, auf Entdeckungen stoßen sollte.“)

zu 6) Einheiten werden präferiert

z.B. „systematische Einheiten“ = Definiens des Wissenschaftlichkeitsbegriff

- Universität = Einheit aller Wissenschaften

- Verschiedene Unis werden durch einheitliches System geeint, einheitliche Abschlüsse etc.

- Einheit Forschung - Lehre

 

Silvia Mattei

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