Allgemeine Gattungsfrage




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Campus Novels - Universitätsromane: Die Universität als literarisches Motiv

Eva Esslinger:
Mit Blick auf den Nachbarn - universitäre Literarisierungsversuche in Deutschland und angloamerikanische Campus-Romane

Inhalt

1. Gattungsproblematik
1.1 Begriffs- und Definitionsfindung
1.2 Ansätze der Gattungsdefinition

2. Gründe für die "Abwesenheit" des deutschen Uni-Romans

3. Gemeinsamkeit: Rekurrieren auf Stereotype

 

Nicola Gadow und Anna Fanderl:
Mit Blick auf den Nachbarn - universitäre Literarisierungsversuche in Deutschland und angloamerikanische Campus-Romane
Ergebnisprotokoll der Sitzung vom 30. Oktober 2003

Gattungstheoretische Grundüberlegung:

  • Das Konzept der Gattung hat sich von einem normativen, essentialistischen zu einem funktionalen, offenen Begriff mit einer gewissen Unschärfe in den Randbereichen gewandelt.
  • Man unterscheidet zwischen dominanten und subdominanten Faktoren innerhalb einer Gattung, sowie deren Mischung und Funktion (z.B.: Ästhetische Funktion? Soziologische Funktion?)
  • Ist der Begriff Gattung in der Postmoderne noch zeitgemäß?
    Kreuzungen von Gattungen gelten als postmodern. Eine solche Grenzüberschreitung ist nur möglich, wenn es noch Gattungsgrenzen gibt. Das Gattungsprinzip der Postmoderne ist also die Überschreitung der Gattungsgrenzen.
  • Historische Betrachtung: Historizität der Texte bzw. Der Gattung bzw. Historizität der Denkart der Gattung selber.

 

Diskussion:

These (A) des Referats über Gattungsproblematik: Anders als im angloamerikanischen Raum ist in deutschen (so genannten) Universitätsromanen nicht immer die Universität das zentrale Thema (vielleicht auch aufgrund der wenigen Campus-Universitäten in Deutschland)

  • In Deutschland hat Bildung einen anderen Hintergrund als im angloamerikanischen Raum; beispielsweise ist englische Sekundärliteratur oft allgemeiner und leichter verständlich geschrieben
  • Nicht nur der Raum Universität ist anders, sondern auch der universitäre Diskurs
  • Lodge: Minimalisierung des Raumes, Ende der statischen Universität (Small World)

 

Frage der Norm/des Blickwinkels: Ist der Universitätsroman generell etwas Anglo-amerikanisches?

  • Gründe für diese Betrachtungsweise: unterschiedliche Diskurse; bei den anglo-amerikanischen Campus Novels geht der wissenschaftliche Diskurs in den Text mit ein
  • In Deutschland wäre ein genügend weiter Gattungsbegriff erforderlich, um sämtliche Untergattungen in einen Begriff zu integrieren (z.B. auch der Studentenroman)
  • Der Gattungsbegriff muß den kulturellen und historischen Hintergrund sowie die verschiedenen Sprachen und Traditionen berücksichtigen

 

Wie grenzt man Universitätsromane von anderen Gattungen ab?

  • Zum Teil stellt der Raum Universität nur ein Konzept dar, das sich mit anderen Gattungen überschneidet
  • Definition eines Gattungsbegriffs: die Universität als Setting und als Thema müssen integriert werden (hierbei ist nicht wichtig, ob das Thema banal oder tiefgreifend behandelt wird)
  • Wie wird der Raum dargestellt? Welche Leserschaft wird angesprochen?
  • In angelsächsischen Systemen ist die Universität viel enger mit dem Alltagsleben vernetzt
  • Die Postmoderne propagiert die Auflösung aller Gattungsnormen, möglicherweise konnte sich deshalb der deutsche Campusroman nicht als neue, später auftauchende Gattung etablieren.

Nicola Gadow und Anna Fanderl

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