Sir Joseph B. Robinson
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Sir Joseph B. Robinson

Die Sammlung Robinson hat „eines der rührendsten Kapitel des Auktionshandels“ geschrieben (Waterhouse 1958). Heute dagegen ist sie nahezu vergessen, da ihre 116 Gemälde verstreut und nur Teile öffentlich zugänglich sind (Nat. Gallery, Capetown). Kunsthistorisch wurde sie bisher kaum bearbeitet. These dieser Darstellung ist, dass hier mittels einer Gemäldesammlung eine gegebene finanzielle Stellung gesellschaftlich konsoliert werden sollte.

Ein viktorianischer “nouveau riche”

Joseph Robinson (*1840) hatte um 1890 ein Vermögen im Diamantengeschäft in Südafrika erworben. Um in die Finanzmetropole London überzusiedeln, kaufte er 1894 das - nach den Vorbesitzern benannte - Dudley-House in der renommierten Park Lane am Hyde Park (Abb.). Da das Haus bereits einen Raum für eine Galerie besaß (Abb.), begann Robinson Gemälde anzukaufen, um diesen Raum zu füllen. Selbst kaum kunsthistorisch gebildet, erwarb er in 23 Jahren 116 qualitätsvolle Gemälde über zwei Händler, Ch. Davis und Sir G. Donaldson.

1910 zog Robinson nach Südafrika, verkaufte Dudley-House und ließ die Gemälde einlagern. Als die Sammlung 1923 versteigert werden sollte, verliebte sich Robinson erneut in die - seit 13 Jahren verschmähten - Gemälde und stoppte die Versteigerung durch besonders hohe eigene Gebote. Die “wiedererworbenen” Gemälde ließ Robinson jedoch erneut einlagern. So überdauerten sie den 2. Weltkrieg bis sie 1957 wiederentdeckt wurden.
 

Sammlungsschwerpunkte

Robinson scheint seine Sammlung nach dem Modell der Sammlung der Brüder Kann (Paris) aufgebaut zu haben, welche er als Konkurrenten im Minengeschäft kennengelernt hatte. Es fällt auf, dass in Robinsons Sammlung Porträts besonders häufig vertreten sind (1/3). Diese Gruppe wächst zu 2/3 der Sammlung an, zählt man alle Werke, bei denen generell die menschliche Gestalt im Mittelpunkt steht.  
  

Ergebnisse

Hier sammelte ein „self-made-man“ anfangs aus einer baulichen Notwendigkeit und Prestigestreben heraus. Später scheint der Reiz des bloßen Besitzes den des Repräsentierens mittels Kunst überwogen zu haben. Die Anhäufung von Porträts könnte darauf hindeuten, dass durch sie eine traditionelle Familiensammlung evoziert werden sollte, wie dies auch bei der seit 1880 entstandenen Sammlung des Baron Rothschild zu beobachten ist.
 

 

Ausgewählte Literatur:

  • AK Royal Academy London 1958 (mit Vorwort von Ellis Waterhouse) 
  • AK Kapstadt 1976 (mit Lit. zu früheren Ausstellungen) 
  • Pearce, David: London´s Mansions. The Palatial Houses of the Nobility, London 1986 
  • Auktionskat. Sotheby´s 6. Dez. 1989: Sonderversteigerung Slg. J. Robinson (nur Teile der Slg.!) 

 

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Autor:
Angelika Vorster: Sir Joseph Robinson und seine Sammlungen.
Erstellt am 01.04.2001. Letzte Aktualisierung: 01.11.2005

 

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