Alexander Schnütgen
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Alexander Schnütgen

Alexander SchnütgenAlexander Schnütgen begann seine Sammeltätigkeit als 24-jähriger, wobei er sich seine kunsthistorischen Kenntnisse auf autodidaktischem Wege aneignete. Nicht nur bei Händlern aus dem Kölner Umkreis, sondern auch auf Reisen durch Deutschland, Italien und Österreich erwarb er Kunstgegenstände. Insgesamt ist jedoch über seine Sammelpraxis und die Provenienz seiner Sammelobjekte nur wenig bekannt.

Der Kölner Domvikar strebte in seiner Sammeltätigkeit stets nach vollständigen Typen- und Entwicklungsreihen. Er wollte eine Lehr- und Schausammlung aufbauen, um der Öffentlichkeit und den Künstlern mittelalterliche Vorbilder zu präsentieren. Sammlungsgeschichtlich in später Stunde versuchte er getreu seinem Wahlspruch „Colligite fragmenta, ne pereant!“ eine Rettungsinsel für mittelalterliche Sakralkunst zu schaffen. Er postulierte den Anschluss an diese Epoche, um eine Verbesserung der christlichen Kunst zu erreichen. Ob er eine politisch begründete Absicht dabei verfolgte, kann nicht eindeutig geklärt werden.

In seiner Biographie stößt man immer wieder auf einen Kontrast zwischen seiner ausgeprägten Liberalität sowie geistigen Freiheit und seiner oft bezeugten Kirchentreue, Frömmigkeit und Glaubensfestigkeit. Diese Tatsache stellt der Forschung eine interessante und weitreichende Fragestellung. Denn nicht nur als Sammler, sondern auch im lokalen und gesellschaftlichen Bereich war Schnütgen sehr engagiert. 

Durch seine exzellente kunsthistorische Kennerschaft hatte er zum einen Zugang zu allen Kölner Gesellschaftsschichten und zum anderen fungierte er als Kommentator seiner Kunst und seines Kunstverständnisses. So war er auch Herausgeber der „Zeitschrift für christliche Kunst“.

Bis zu ihrer Stiftung im Jahre 1906 an die Stadt Köln war die Sammlung in Schnütgens Privaträumen im Margarethenkloster 7 untergebracht. 1910 wurde das Schnütgen-Museum eröffnet.
  

Kurzbibliographie:

  • Legner, Anton: Schnütgen-Museum Köln. Kleine Festschrift zum dreifachen Jubiläum; Köln 1981 
  • Schnütgen, Alexander: Kölner Erinnerungen; Köln 1919 
  • Westermann-Angerhausen, Hiltrud (Hrsg.): Alexander Schnütgen. Colligite fragmenta ne pereant. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 150. Geburtstag seines Gründers; Köln 1993 


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Autor:
Lara Tönshoff: Der Sammler Alexander Schnütgen.
Erstellt am 29.05.2001. Letzte Aktualisierung: 01.11.2005

 

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