Die Sammlung des Grafen Adolf Friedrich von Schack nimmt unter den Privatsammlungen des 19. Jhds. einen besonderen Platz ein, da ihre Bestände auch heute noch in nahezu kompletter Geschlossenheit dem Kunstfreund zugänglich sind. Diese Sammlung, in der sich Hauptwerke der deutschen Malerei des 19. Jhds. befinden, trug der mecklenburgische Schriftgelehrte, Dichter und Orientreisende Adolf Friedrich v. Schack (1815 – 1894) hauptsächlich in den Jahren zwischen 1857 und 1882 zusammen.
Angeregt wurde die Sammelleidenschaft des Gelehrten (der ab 1856 seinen Hauptwohnsitz in München hatte) auf zahlreichen Reisen durch ganz Europa, ins Osmanische Reich, nach Syrien und Ägypten und seinen Kontakt zu unterschiedlichen, zeitgenössischen Künstlern. Dieser persönliche Bezug und die direkte finanzielle und ideelle Förderung, der teilweise noch völlig unbekannten und unverstandenen Künstler machen Schack, aus heutiger Sicht zu einem wahren Mäzen.
Graf Schack beschränkte sich bei seiner Sammeltätigkeit ausschließlich auf die deutschen Künstler seiner Zeit, von denen er auch einige (darunter Lenbach und Marées) zum Kopieren alter Meister nach Italien und Spanien schickte. Neben diesen Kopien (ursprünglich 85 Stück) hingen ehemals gleichberechtigt die zeitgenössischen Werke der Sammlung (190 Stück), so dass sich spannende und lehrreiche Vergleiche ergaben.
Im Laufe der Jahre erwarb Schack von einigen der zeitgenössischen Maler ganze Werkkomplexe, so dass der heutige Besucher das Oeuvre von Künstlern wie Böcklin, Feuerbach, Schwind, Spitzweg und anderen in hervorragenden Beispielen studieren kann. Der Sammler ließ sich bei der Zusammentragung seiner Gemälde weder vom Zeitgeschmack, dem die meisten, der von ihm geschätzten Künstler nicht entsprachen, noch von der Zustimmung des breiten Publikums beeinflussen.
Die Werke, die Schack sammelte bzw. in vielen Fällen, im engen Kontakt zum Künstler eigens in Auftrag gab, spiegeln seine Interessensgebiete deutlich wieder. So sind die Bildthemen vielfach literarischen Ursprungs oder es handelt sich um Landschaftsdarstellungen, die den Schriftsteller an seine zahlreichen Reisen erinnern sollten. Auf diese Weise lassen sich noch heute in der Schack – Galerie München wichtige Werke der Früh – und der Spätromantiker, sowie der Deutschrömer in seltener Fülle bewundern.

Literaturhinweise:
- Lenz, Christian (Hrsg.), Adolf Friedrich Graf von Schack. Kunstsammler, Literat und Reisender (Ausst. Kat.). München 1994.
- Pophanken, Andrea, Graf Schack als Kunstsammler. Private Kunstförderung in München (1857 – 1874). München 1995.
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Autor:
Ingo Borges: Die Sammlung des Grafen Schack.
Erstellt am 01.042001. Letzte Aktualisierung: 01.11.2005