Österreichisches Ehrenkreuz für Dietmar Schönherr!

Am 24. November 2011 wurde dem Tiroler Schauspieler Dietmar Schönherr das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.
Bekannt geworden war Dietmar Schönherr als provokanter Moderator der legendären Fernsehsendung Wünsch Dir was und mit Filmen wie Das Raumschiff Orion. Hervorzuheben ist sein soziales Engagement in Nicaragua, wo er seit fast 30 Jahren soziale und kulturelle Projekte unterstützt und als der 'Albert Schweitzer' von Nicaragua bezeichnet wird. Die Republik Österreich würdigt sein Schaffen und zeichnete Dietmar Schönherr mit dem höchsten Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst aus.
Der Festakt fand im Wiener Kunstministerium am Minoritenplatz statt und erfreute sich der Teilnahme zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Diplomatie, so auch der Geschäftsträgerin und Gesandtin der Botschaft von Nicaragua in Wien, Frau Isolda Frixione Miranda de Flores. Überreicht wurde ihm das Ehrenkreuz von der Kulturministerin Dr. Claudia Schmied. Sie freue sich, im Namen der Republik Österreich einem Mann das Kreuz zu überreichen, der nicht nur als Moderator Geschichte geschrieben habe, sondern auch in seiner Rolle als sozial engagierte Persönlichkeit einen realen Beitrag zur scheinbar utopischen Vorstellung, die Welt verbessern zu wollen, geleistet habe.
Ernst Grissemann und Gerhard Klingenberg hielten die Laudatio
Der bekannte Radio und Fernsehjournalist Ernst Grissemann, der den Radiosender Ö3 gegründet hatte, hielt die erste Laudatio auf Schönherr. Grissemann erinnerte an das politische Engagement Schönherrs vor allem in der Frage des Nachrüstungsbeschlusses und dem Engagement für den Wahlkampf Bruno Kreiskys. Auch erinnerte er an Schönherrs heftige Kritik an USA Präsident Ronald Reagan, der einen Atomkrieg für möglich hielt. Diese heftige Kritik kostete Schönherr den Job bei der Talkshow Rendezvous in der Schweiz. Weiter erinnerte Grissemann an die Erfolge der Volksschauspiele in Tirol, an seinen Auftritt als Kommandant Mc Lane im Raumschiff Orion sowie sein Lebenswerk in Nicaragua, die Casa de los Tres Mundos.
"Es sind fünf Prinzipien, die das Leben und die Arbeit Dietmar Schönherrs bestimmen: Freiheit, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und die Kunst. Die Motoren seines Handelns heißen: Liebe und heiliger Zorn!"
Der ehemalige Direktor des Burgtheaters Gerhard Klingenberg und ein persönlicher Freund von Dietmar Schönherr rührte das Publikum mit höchst persönlichen Worten und Anekdoten. "Er ist mein einziger Freund, ich habe keine anderen. Er kann nicht mein bester sein, denn ich habe nur den einen." Klingenberg sprach über gemeinsame Reisen und Erlebnisse mit Schönherr in Afrika und Indien sowie über die gemeinsamen Zeiten am Schauspielhaus in Wien, Zürich und Berlin. Klingenbergs Laudatio gipfelte in einem Satz von Shakespeare, der auf Schönherr zutreffe: "Er ist ein Mann, ich werde niemals Seinesgleichen wieder sehen".
Sichtlich gerührt nahm Dietmar Schönherr das Ehrenkreuz entgegen. Er meinte, dass alles, was er in Nicaragua gemacht habe wichtiger sei als alle seine Filme. Er sei weniger ein Entertainer gewesen, sondern habe sich immer als Provokateur begriffen. Es sei eine große Ehre für ihn, das Kreuz zu erhalten, auch wenn er wenig Gelegenheit habe, in Ibiza, wo er heute mit seiner Frau Vivi Bach lebt, es zu tragen. Nach dem Festakt im Audienzsaal des Kulturministeriums am Minoritenplatz gab Ministerin Claudia Schmied für die zahlreichen Gäste einen Empfang.