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Cordula Trantow

Informationen über Leben und Werk der Schauspielerin und Regisseurin

Cordula Trantow

Cordula Trantow. Foto © DERDEHMEL

Biographie

Schon während der Schulzeit spielte Cordula Trantow an Theatern in Berlin, im Fernsehen (z.B. die Titelrolle in „Claudia“) und  in dem berühmten Antikriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Bernhard Wickis „Die Brücke“ gehört zu den beeindruckendsten Antikriegsfilmen überhaupt und ist einer der meistdekorierten Filme der deutschen Nachkriegszeit. „Die Brücke“ hat indes nicht nur den Ruhm ihres Regisseurs begründet, sondern auch den von Cordula Trantow. Die Tochter des Komponisten und Dirigenten Herbert Trantow und der Tanzpädagogin Edith Kirchhoff spielte mit 17 Jahren als Schülerin Franziska eine der weiblichen Hauptrollen des Films – um danach bis heute in mehr als 150 Produktionen in Film und Fernsehen und beim Theater zu glänzen. 

 

Auftritte auf den Bühnen

Ihre Bühnenlaufbahn führte sie unter anderem an das Bayerische Staatsschauspiel, das Württembergische Staatstheater in Stuttgart und die Münchner Kammerspiele. So spielte sie beispielsweise am Bayerischen Schauspielhaus die Cordelia in „König Lear“, am Württembergischen Staatstheater  Irina in „Drei Schwestern“ und bei den Münchner Kammerspielen Molly in „Der Marquis von Keith“. Weiterhin trat Trantow am Renaissance-Theater Berlin, an der Freien Volksbühne Berlin und am Rheinischen Landestheater Neuss in Stücken wie „Nora. Ein Puppenheim“, „Die Ratten“ und „Fräulein Julie“ in wichtigen Rollen auf.

 

Film- und Fernseharbeiten

Im Fernsehen spielte sie Rollen wie Emily in „Unsere kleine Stadt“ (Thornton Wilder), Klara in „Maria Magdalene“ (Hebbel), Elektra in den „Fliegen“ (Sartre) Inken Peters in „Vor Sonnenuntergang“ (Hauptmann), „Käthe Kollwitz“ und „Marlitt“. Bekannt wurde sie auch durch Serien wie “Unser Walter“ und als Partnerin von Helmuth Lohner in dem Straßenfeger „Babeck.“ Vielen Fernsehzuschauern ist sie auch durch ihre zahlreichen Auftritte in den Freitagabend-Serien „Derrick“ und „Der Alte“ ein Begriff.

In den legendären Inszenierungen ihres Ehemanns Rudolf Noelte spielte sie u.a. die Nora in „Ein Puppenheim“ und Henriette John in „Die Ratten“. In der weiblichen Hauptrolle war sie in Spielfilmen neben Maximilian Schell („Das Schloss“), Charles Aznavour („Passage du Rhin“), Hansjörg Felmy („An heiligen Wassern“) und Richard Basehart („Hitler“) zu sehen.

Zu ihren Film- und Fernseharbeiten gehören unter anderem auch Rollen in „Jenseits des Rheins“ (André Cayatte), „Bekenntnisse eines möblierten Herrn“ (Franz Peter Wirth), „Babeck“ (Wolfgang Becker), „Vor Sonnenuntergang“ (Oswald Döpke), „Die Ratten“ (Rudolf Noelte) und „Käthe Kollwitz“ (Herbert Ballmann) sowie in den Serien „Unser Walter“, „Der Alte“, „Derrick“ und „Ein Fall für Zwei“. Ebenso war sie in Folgen der Krimis „Tatort“, „Bella Block“, „SOKO Leipzig“ und „Stubbe“ zu sehen. Cordula Trantow hat in „30 Tage Angst“ in der Wüste Namibias gespielt und unter Dieter Wedel im Mehrteiler „Mit Glanz und Gloria“.


Sie erhielt Auszeichnungen wie das Filmband in Gold („die Brücke“), Bambi und eine Golden Globe Nominierung für „Hitler“.

 

Regiearbeiten

Cordula Trantow gründete 1988 den Weilheimer Theatersommer. Für dieses Theaterfestival, das der Stadt Weilheim überregionale Beachtung brachte, erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Berlinerin neben ihrer Schauspielkunst als Regisseurin tätig. Dieses Handwerk lernte sie bei der Theaterlegende Rudolf Noelte, unter dem sie bereits mehrfach spielte. Und den sie 1963 heiratete. 1989 schrieb und inszenierte sie das Fernsehspiel „Besuch“ mit Judy Winter. Im Jahre 1988 gründete Trantow den Theatersommer in Weilheim, 1999 folgte der Theatersommer in Garmisch-Partenkirchen, und von 2003 bis 2006 amtierte sie als Intendantin des Südbayerischen Theaterfestivals. Zu ihren zahlreichen Regiearbeiten gehören unter anderem „Die Möwe“, „Romeo und Julia“, „Der Irre von Chaillot“, „Ein Sommernachtstraum“ und „Der Zauberer von Oz“. 2010 war ihre Inszenierung „Die Nadel der Kleopatra“ mit Ingrid van Bergen und Cosma Shiva Hagen im neu eröffneten Schlosspark-Theater Berlin zu sehen. 

Cordula Trantow, die englisch und französisch fließend spricht, zog es 1962 mit ihrem Mann Rudolf Noelte an den Starnberger See bei München. Mit ihm hat die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes zwei Söhne, Jens und Jan. Derzeit brilliert Trantow mit einer Neuinszenierung der Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring in verschiedenen deutschen Theatern.

Ihre aktuellen Soloprogramme sind „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ (Peter Hacks) und „Starke Frauen“ (Euripides, Sophokles, Sappho). Neben ihrem großem Engagement für das klassische Theater hat Cordula Trantow ein unverkennbares Faible für das Komische und übernahm in den letzten Jahren gern entsprechende Rollen (zum Beispiel in „Hubert & Staller“, „Bis in die Spitzen“, und in diversen SOKOs. Auch das von ihr geschriebene und inszenierte Fernsehspiel „Besuch“ mit Judy Winter (ZDF) ist ein Thriller mit viel Sinn für das Skurrile und Groteske.

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