Überfahrt nach Patras
space

Galerie Inselfrühling 2008 - II

Überfahrt von Venedig nach Patras

Die Überfahrt von Venedig nach Patras mit der unter griechischer Flagge fahrenden Fähre MINOAN Lines ist eine sehr angenehme Art, um nach Griechenland zu reisen. Wenn nicht dieses unnachgiebige Gefühl des Fernwehs wäre, könnte man fast behaupten: Der Weg wäre hier bereits das Ziel. Entgegen der unaufhaltsamen Akzeleration unserer täglichen Handlungen schenkt einem diese vielleicht etwas altertümlich anmutende Art der Überfahrt doch das trügerisch angenehme Gefühl eines Zeitstillstandes.

 

Wüste Einfahrt in den Bauch des Schiffes

Die Einfahrt in den Bauch des Schiffes wird noch von wüster Hektik begleitet: "Ella! Ella! Pamen!", rufen uns die griechischen Einweiser beim Rückwärtsrangieren die enge steile Abfahrt ins unterste Parkdeck hinunter zu. Denn der enge Zeitplan bis zur Abfahrt muß streng eingehalten werden. Inmitten der riesigen Lastwägen, die uns täglich unser frisches Obst und Gemüse nach Deutschland bringen, kommen wir uns in unserem Jeep fast verloren vor. Nach hinten raussehen können wir sowieso nicht mehr. Ist doch der Wagen bis oben hin voll mit Büchern bepackt! Und dem Giulio hinten in seinem Hundeabteil paßt das Autofahren sowieso nicht. Viel lieber wäre er an seinem geliebten venezianischen Strand geblieben. Kann er ja noch nicht wissen, daß es jetzt auf nach Griechenland geht!

Zum Vergrößern bitte auf die einzelnen Bilder klicken!


Griechische Philoxenia auf dem Schiff

Doch beim Betreten des Decks begrüßen uns schon die griechische Gastfreundschaft und aus den Lautsprechern die unverwechselbaren sehnsuchtsvollen Rembetikoklänge. Jetzt haben wir das Gefühl, schon nicht mehr in Italien, sondern bereits in Griechenland angekommen zu sein. Voller Tatendrang breiten wir unsere Schlafsäcke an einem sonnigen und windgeschützen Platz aus, reihen einige Stühle ringsherum und freuen uns wie kleine Kinder über unsere selbsterbaute "Burg". Die Fahrt aus dem venezianischen Hafen durch den Kanal von Giudecca zeigt uns Venedig noch einmal in seiner ganzen Pracht. Die Sicht aus der höheren Perspektive vom Oberdeck in die Gassen und Kanäle hinein ist einzigartig. Nur schweren Herzens nehmen wir nun Abschied und steuern hinaus aufs offene Meer. Doch schon bald ruft eine Stimme aus dem Lautsprecher "Kiri es Kikiri. Das Restaurant ist eröffnet." Das klingt wie Musik in unseren Ohren, denn die Schiffsküche zaubert sagenhaft leckere griechische Gerichte. Vom Tsatziki über Moussaka hin zum frischen Fisch. Jetzt müssen wir nur noch den Giulio davon überzeugen, daß er nicht mit kann, sondern an Deck bleiben und auf unser Lager aufpassen muß. Wir legen ihn in seinen kuscheligen Schlafsack und trinken gemeinsam noch einen Ouzo, dann schleichen wir uns heimlich davon...


Das monotone Brummen der Schiffsmotoren läßt uns in einen tiefen Schlaf versinken. Die Fahrt bis zum nördlichsten griechischen Hafen verläuft an der ehemals jugoslawischen Küste entlang und dauert einundhalb Tage. Nach einem kurzen Stop in Corfu laufen wir mittags den Giulio altvertrauten Hafen von Igoumenitsa an. Giulio und ich rennen hinaus auf die Wiese, wo er endlich sein Geschäft verrichten und sich im frischen griechischen Gras wageln kann. Doch viel Zeit bleibt uns nicht. Schnell sputen wir zurück an Bord. Nicht daß wir noch das Schiff verpassen und Horst alleine nach Patras fährt. ...


Abends um sieben laufen wir in den Hafen von Patras ein. Die Lichter an Land deuten schon auf das wilde Treiben in der Stadt. Tatsächlich empfängt uns in der Hafenstadt ein reges Nachtleben. Unheimlich viele junge, hübsche Mädchen von prächtigen Wuchs und Mitte März bereits in kurzen Röckchen sitzen in den Cafes und trinken ihren Frappe. Schnell suchen wir uns ein Hotel, um an diesem schönen Leben auch teilhaben zu können. Doch die Suche erwies sich nicht als so einfach. Auch nachdem Horst an diversen Hotelrezeptionen immer wieder erklärte, daß Giulio ein Skilaki von Handtaschengröße sei, klappt erst der 5. Versuch. Und die machten große Augen als dann plötzlich der große Bracken Hund in die Empfangshalle hineingeschlendert kam. Hallo! Ich bin der kleine Giulio. Danke, daß ich bei euch schlafen darf. Hoffentlich habt Ihr auch mein Bettchen schon frisch bezogen!..."
Dieses Prozedere begleitete uns in allen Orten. Während die einen unser Schlafgesuch mit Hund strikt ablehnten, so freuten sich andere überschwenglich über den schönen guten Hund: "Oreo Skylaki!"

space
Sie befinden sich hier: About us  /  Vita Dr. Danica Krunic  /  Galerie: Inselfrühling  /  Überfahrt nach Patras  /