Wilhelm Reuschel
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Die Sammlung Reuschel

Wilhelm ReuschelWilhelm Reuschel hat sich in München mehrfach verewigt. Nicht nur, dass man an vielen Stellen auf eine der 20 Filialen, des von ihm 1947 mitbegründeten, Bankhauses Reuschel & Co. stößt, sondern auf ihn geht auch der wesentliche Teil, der im Bayerischen Nationalmuseum als „Sammlung Reuschel“ ausgestellten, barocken Ölskizzen zurück.


Die Persönlichkeit des Sammlers 

Wilhelm Reuschel (1893-1979) war ein überaus kontaktfreudiger, mit großen unternehmerischen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch. Aus vermutlich eher einfacheren bürgerlichen Verhältnissen stammend und kunsthistorischer Autodidakt entwickelte er eine ausgeprägte Kennerschaft mit dem Schwerpunkt auf der barocken Ölskizze.

 

Die Entstehungsgeschichte der Sammlung 

Franz Anton Maulbertsch: Erschaffung des Menschen durch Prometheus um 1788Ölskizzen sind in Öl gezeichnete Entwürfe zu Decken- und Wandgemälden sowie zu Altarbildern. Wilhelm Reuschel begann 1930 Kunstgegenstände zu sammeln und konzentrierte sich später auf Ölskizzen des 18. Jahrhunderts aus dem süddeutschen, österreichischen und norditalienischen Raum. Er trug über 60 Exemplare zusammen, die chronologisch die verschiedenen Schulen und Aufgaben von dieser Art von Skizze abbilden. Über die genaue Vorgehensweise beim Erwerb der einzelnen Stücke, die Auswahlkriterien, die Provenienzen, Erwerbungszeitpunkte und -orte ist nur sehr wenig überliefert.  

Seit 1959 ist die Sammlung publiziert und durch Ausstellungen bekannt und hat seit 1960 ihren ständigen Ausstellungsort im Bayerischen Nationalmuseum gefunden. Der Sohn des Sammlers, Heinrich Reuschel, hat 1989 eine Stiftung zum Erhalt, zur Erweiterung und Förderung der Erforschung und Veröffentlichung der Sammlung gegründet. 

 

Bedeutung der Sammlung 

Zu den tatkräftigen Männern des Nachkriegsdeutschland gehörend, hat sich Wilhelm Reuschel nicht nur um wirtschaftliche Belange gekümmert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Attraktivität Münchens geleistet. Darüber hinaus hat er mit seiner Sammlung endscheidend zur kunsthistorischen Beachtung der Ölskizze und Forschung der Barockmalerei beigetragen.  

 

Literaturhinweise:

  • Meine-Schawe, Monika und Schawe, Martin, Die Sammlung Reuschel. Ölskizzen des Spätbarock, hrsg. von der Reuschel-Stiftung München, München 1995
  • Bayerisches Nationalmuseum, Barockskizzen (Bildführer 5), Redaktion: Peter Volk und Georg Himmelheber, mit einer Einleitung von Bruno Bushart, München 1978
  • Sammlung Wilhelm Reuschel. Ölskizzen und Entwürfe zu Gemälden des 18. Jahrhundert aus Süddeutschland und Österreich, Katalog München 1959

 

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Autor:
Marianne von Manstein: Die Sammlung Reuschel in München.
Erstellt am 01.04.2001. Letzte Aktualisierung: 01.11.2005

 

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