Johann Wolfgang von Goethe
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Johann Wolfgang von Goethe: Der Dichterfürst als Kunstsammler

Goethes Beziehungen zur bildenden Kunst sind bereits von vielen Gesichtspunkten aus betrachtet und analysiert worden. Vorliegender Beitrag zielt auf die Darstellung Goethes als Kunstsammler und theoretischer Ratgeber des Sammelwesens. Ausgehend von Goethes Aufsatz „Der Sammler und die Seinigen” (1798) werden die verschiedenen Aspekte von Goethes Beschäftigung mit der Kunst und insbesondere mit dem Sammlungswesen aufgezeigt.

Taddeo Zuccari In der Rolle des Vermittlers greift Goethe am Fürstenhof von Weimar in das kulturelle Leben und in die Entwicklung der Kunst ein. Seine kunstpolitischen und pädagogischen Bemühungen stellen den Versuch eines interkulturellen Kunstforums dar, scheitern aber am Geschmackswandel der Zeit und an der dogmatischen Enge seiner Verehrung für die Antike.

Die bittere Enttäuschung über die gescheiterten kunstpolitischen Bemühungen führte dazu, dass er sich vermehrt dem Sammelwesen zuwendet. Dieses Einwirken in das Sammelwesen zeichnet sich durch eine besondere kulturhistorische Bedeutung aus: Seine Ansammlung von klassizistisch geprägten Kunstgegenständen stellt eine fundierte Dokumentation dieser Epoche dar.

Damit mündet das Scheitern von Goethes praktischer Kunstförderung in der kunsthistorisch bedeutenden bewahrenden Musealisierung seiner klassizistisch geprägten Ideale, die heute noch als das bedeutendste Zeugnis zur Kultur der deutschen Klassik gilt.  
 
Der Konzeption von Goethes privater Kunstsammlung liegt, vergleichbar einer Vorstufe kunsthistorischer Institute, primär ein pädagogischer Ursprungsgedanke zugrunde. Im Gegensatz zu Museumsbeständen, die öffentlich und institutionell gesammelt und geordnet sind, bewirkt hier die individuelle Leidenschaft des Kunstliebhabers seinen persönlichen Ausdruck in Inhalt, Form und Gestaltung. Losgelöst von gesellschaftlichen Zwängen oder moralischen Verpflichtungen gelingt es dem privaten Sammler als Kunstkenner und -liebhaber durch die Gestaltung einer Sammlung ein eigenständiges Kunstwerk zu erschaffen womit die private Kunstsammlung als geistiger Schöpfungsprozess nun selbst zum autonomen Kunstwerk wird.

 

Ausgewählte Literaturangaben:

  • Goethe, Johann W. v.: Der Sammler und die Seinigen. Hrsg. von Carrie Asman. Amsterdam, Dresden: Verlag der Kunst 1997.
  • Schulze, Sabine: Goethe und die Kunst. Frankfurt Kunsthalle 1994.
  • Trunz, Erich: Goethe als Sammler. In: Goethe-Jahrbuch 89 (1972) S. 13-61.

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Autor:
Danica Krunic: Johann Wolfgang von Goethe - Der Dichterfürst als Kunstsammler.
Erstellt am 01.04.2001. Letzte Aktualisierung: 01.11.2005
 

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